Längere Spaziergänge schützen das Herz
Nicht die Schrittzahl zählt, sondern wie lange man am Stück geht – das zeigt eine neue Untersuchung aus Australien. Forschende begleiteten über acht Jahre hinweg mehr als 33.000 Erwachsene zwischen 40 und 79 Jahren, die im Schnitt weniger als 8.000 Schritte täglich machten. Eine Woche lang trugen die Teilnehmenden Aktivitätstracker, die aufzeichneten, wie ihre Schritte über den Tag verteilt waren. Anschließend wurden sie in vier Gruppen eingeteilt: von sehr kurzen Gehphasen unter fünf Minuten bis zu Spaziergängen von 15 Minuten und mehr.
Im Ergebnis zeigte sich, dass Menschen, die regelmäßig längere Strecken am Stück gingen, ein deutlich geringeres Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten. Während in der Gruppe der Kurz-Geher rund 13 % eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung entwickelten, waren es bei den Langstrecken-Gehern nur etwa 4 %. Auch die Sterblichkeit sank in dieser Gruppe um über 80 %.
Die Wissenschaftler vermuten, dass längere Gehzeiten nötig sind, um Stoffwechselprozesse wie die Insulinreaktion und die Herz-Kreislauf-Regulation anzuregen. Sie betonen, dass bereits zehn bis 15 Minuten zügiges Gehen am Stück das Herz wirksam stärken können, ganz ohne Fitnessstudio. Spaziergänge nach dem Essen, in der Mittagspause oder beim Telefonieren bieten dafür ideale Gelegenheiten.
Sanchis-Gomar, F. et al.
Stepping Up Our Game: Longer Bouts of Activity to Boost Longevity
Annals Internal Med
10/2025
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